Enuresis (Einnässen) Enkopresis (Einkoten)

1. Beschreibung des Krankheitsbildes

Mit Enuresis (Einnässen) bezeichnet man das wiederholte unfreiwillige Verlieren von Urin, ohne dass dafür organische Ursachen, wie z.B. Diabetes, Anfallsleiden oder eine Entzündung der Harnwege, vorliegen. Das Einnässen kann in der Nacht, genauer während des Schlafes (Enuresis nocturna),oder tagsüber auftreten (Enuresis diurna). Man unterscheidet außerdem zwischen der primären Enuresis, (das Kind war noch nie länger als 6 Monate „trocken“) und der sekundären Enuresis, bei der das Kind schon einmal länger als 6 Monate „trocken“ war und dann wieder anfängt, einzunässen. Eine Enuresis liegt nur vor, wenn das Einnässen über einen längeren Zeitraum wiederholt auftritt, obwohl das Kind

das 4. Lebensjahr schon vollendet hat. Erst in diesem Alter macht sein psychischer und physiologischer Reifungsgrad eine willkürliche Blasenkontrolle möglich. Gelegentliches Einnässen ist auch bei älteren Kindern als „normal“ anzusehen. Die Ursachen und Gründe für eine Enuresis sind vielfältig. Sie ist meist ein Symptom von Stress, seelischer Belastung, Ängsten oder Folge von traumatischen Erlebnissen. Kinder und Jugendliche können auf folgende Umstände mit Einnässen reagieren:

  • Plötzlicher Umgebungswechsel (Umzug, aber auch anlässlich eines Urlaubs)
  • Änderung oder Beendigung von gewohnten Routineabläufen
  • Die Geburt eines Geschwisterkindes, durch die sich das Kind zurückgesetzt fühlt
  • Innerfamiliäre Probleme wie Konflikte oder Scheidung der Eltern
  • Traumatische Erlebnisse wie der Tod eines Elternteils oder Verwandten
  • Stress, Überforderung oder andere Probleme in der Schule

Enkopresis bezeichnet das Absetzen von Kot an dafür nicht vorgesehene Stellen, obwohl das Kind über eine Kontrolle des Schließmuskels verfügt und keine organischen Ursachen vorliegen. Die Symptomatik reicht von Kotspuren in der Unterhose über das Einkoten in die Hose bis hin zu Absetzen von Kot in Wohnräumen und Kotschmieren. Die Ursachen und Gründe sind ähnliche wie bei einer Enuresis.

2. Schulalltag und Empfehlungen für Pädagogen

Sowohl Enuresis, wie auch Enkopresis sind bei den betroffenen SchülerInnen und ihren Eltern in der Regel mit großen Schamgefühlen verbunden. Daher versuchen sie häufig die Sympto-matik zu verbergen und setzen sich dabei zusätzlich unnötig unter Druck, was die Situation oft noch verschlimmert. Wichtig ist, dass die SchülerInnen einen offenen Umgang mit der Symptomatik von Seiten der Eltern und Lehrer erfahren, bei der sie sich verstanden und angenommen erleben können. Im normalen Unterrichtsalltag sollte den SchülerInnen gestattet werden, die Toilette regelmäßig und, wenn nötig, auch außerhalb der Pausen aufzusuchen. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, Wäsche zum Wechseln und Einlagen in der Schule bereit zu halten. Bei bevorstehenden Klassenfahrten wollen betroffene SchülerInnen nicht selten unter vorgeschobenen Gründen nicht mitfahren, weil sie peinliche Situationen befürchten. Die begleitenden Lehrer und Eltern sollten sich im Vorfeld über die Situation verständigen und entsprechende Vorkehrungen treffen (Einnässunterlagen für das Bett, Einlagen, genügend Wäsche zum Wechseln etc.) Günstig ist auch, wenn ein Lehrer, zu dem der Schüler / die Schülerin Vertrauen hat, während der Fahrt als Ansprechpartner für entstehende Fragen und Probleme zur Verfügung steht.

3. Weitere Informationen

www.enuresis-gruppe.de

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