Störung des Sozialverhaltens

1. Beschreibung des Krankheitsbildes

Der Begriff Störung des Sozialverhaltens beschreibt ein vielschichtiges Muster an Verhaltensweisen, bei dem die Grundrechte anderer oder die wichtigsten altersent- sprechenden sozialen Regeln absichtlich und fortgesetzt (mindestens über einen Zeitraum von 6 Monaten) verletzt werden. Unter anderem können folgende Verhaltensweisen auftreten:

- ein oppositionelles, feindseliges, provokantes Verhalten, das das altersentsprechende Maß deutlich übersteigt
- ein erhebliches Missachten von Regeln und Anforderungen Erwachsener
- erhebliches und gezieltes Ärgern anderer - ungewöhnlich häufige und starke Wutausbrüche 
- erhebliche Destruktivität gegenüber dem Eigentum anderer - Grausamkeit gegenüber Menschen oder Tieren
- Zündeln, Stehlen, häufiges Lügen, häufiges Schuleschwänzen, Weglaufen
- Eine auffallend niedrige Frustrationstoleranz und mangelnde Fähigkeit altersentsprechend Verantwortung für das eigene Verhalten zu übernehmen

Bei erheblicher Ausprägung genügt jedes einzelne der genannten Symptome für die Diagnosestellung, nicht jedoch einzelne auffällige Handlungen. Die Symptome kommen oft gleichzeitig mit schwierigen psychosozialen Umständen vor und können von Symptomen einer emotionalen Störung wie Depressionen, Ängsten, Alkohol- und Medikamentmissbrauch, Suizidgefährdung etc. begleitet sein.

2. Schulalltag und Empfehlungen für Pädagogen

Schüler und Schülerinnen mit einer Störung des Sozialverhaltens brauchen eine häufigere und schnellere Rückmeldung über ihr Verhalten durch die Pädagogen als ihre Mitschüler. Eventuell kann daher eine kleinere Lerngruppe sinnvoll sein, um individueller auf den

Schüler / die Schülerin eingehen zu können. Für die Gestaltung des schulischen Alltags haben sich folgende Kriterien als hilfreich erwiesen:

- klare, eindeutige und durchschaubare Regeln mit eindeutigen und transparenten Konsequenzen bei Regelverletzungen
- konsequentes und nachvollziehbares Verhalten der Pädagogen
- Unmittelbares Feedback zum Verhalten des Schülers / der Schülerin
- positive Verstärkung, bei der die Bemühung und nicht nur die Leistung im Vordergrund steht
- eventuell ein verhaltenstherapeutisch orientierter Punkteplan
- Einüben eines adäquaten Konfliktverhaltens und  sinnvoller Problemlösungsstrategien

Der Schüler / die Schülerin sollte erleben, dass Pädagogen und Elternhaus in engem Kontakt stehen und eine klare gemeinsame Linie verfolgen. In Gesprächen mit Eltern, Pädagogen und Therapeuten sollte regelmäßig besprochen werden, welche Unterstützungen notwendig und welche nicht mehr erforderlich sind.

3. Weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik, und Psychotherapie (DGKJP)

www.dgkjp.de

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