1. Beschreibung des Krankheitsbildes

Eine Zwangsstörung kann sich sowohl in Zwangsgedanken als auch in Zwangshandlungen äußern. Meist tritt beides zusammen auf. Für die Diagnose einer Zwangserkrankung gilt als maßgeblich, dass die Symptome mindestens zwei Wochen lang jeweils mehrere Stunden am Tag bestehen und von den Betroffenen als störend empfunden werden. Als Zwangsgedanken bezeichnet man wiederholt auftretende und andauernde Gedanken, Impulse oder Vorstellungen. Den Betroffenen gelingt es nicht, die immer wieder in gleicher Weise ablaufenden Gedanken zu unterbrechen, auch wenn sie sie als sinnlos und störend erleben. Zwangshandlungen oder Zwangsrituale sind wiederholt auftretende Verhaltensweisen (z.B. Händewaschen) oder geistige Handlungen (z.B. Zählen), zu denen sich die Betroffenen gedrängt fühlen, obwohl sie ihnen möglicherweise sinnlos oder zumindest übertrieben erscheinen. Waschzwänge stellen mit 85 % die häufigste Zwangshandlung bei Kindern und Jugendlichen dar. Häufiger beobachtet werden auch Kontrollzwänge, Wiederholungszwänge, Ordnungs- und Zählzwänge. Berührungszwänge, zwanghafte Langsamkeit oder Sammelzwänge treten dagegen seltener auf. Zu den häufigsten Zwangsgedanken im Kindes- und Jugendalter zählen Angst vor Verschmutzung, Verseuchung, Vergiftung, aggressive und gewalttätige Vorstellungen, sowie Gedanken mit sexuellem oder religiösem Inhalt. Zwangsstörungen können so schwerwiegend sein, dass sie erhebliches Leid verursachen, sehr zeit- und kraftraubend sind und den Tagesablauf, die schulischen Leistungen und die sozialen Aktivitäten des Schülers erheblich beeinträchtigen.

2. Schulalltag und Empfehlungen für Pädagogen

Grundsätzliche Verhaltensempfehlungen sind nur sehr begrenzt möglich. Auf jeden Fall ist es wichtig, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren und dafür zu sorgen, dass der betroffene Schüler / die Schülerin trotz seines /ihres vielleicht schwer nachvollziehbaren Verhaltens nicht in eine Außenseiterrolle hinein gerät. Gleichzeitig sollte man darauf achten, nicht die Rolle eines Therapeuten übernehmen, sondern darauf hinwirken, dass der erkrankte Schüler professionelle Hilfe in Anspruch nimmt. Von Schülern mit einer Zwangssymptomatik darf nicht erwartet werden, dass sie mit „Willenskraft“ oder „Disziplin“ ihre Zwänge„überwinden“. Ermahnungen oder Diskussionen über Sinn und Notwendigkeit der Zwänge sind nicht sinnvoll, sondern setzen die Betroffenen zusätzlich unter Druck, bzw. lösen Schuldgefühle aus. Andererseits werden Bezugspersonen sehr häufig in die Zwangs- handlungen eingebunden. Lässt man sich darauf ein, lernen die Betroffenen nicht, sich mit ihren Ängsten wirklich auseinander zu setzen und diese auszuhalten. Langfristig wird die Zwangssymptomatik dadurch eher verstärkt. Sinnvoll dagegen ist, Grenzen zu setzen, klare Absprachen zu treffen und deutlich zu machen, was man bereit ist, zu tun und was nicht. Für Schüler mit einer Zwangssymptomatik ist es besonders wichtig, für Fortschritte gelobt und für Rückfälle nicht getadelt zu werden. Die Erfahrung, grundsätzlich angenommen zu werden, Lob und Anerkennung zu erhalten tragen dazu bei, dass sich ein symptomfreies Verhalten entwickeln kann.

3. Weitere Informationen

Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.
Postfach 702334,  22023 Hamburg
Tel.: 040 – 689 – 13700
Fax: 040 – 689 – 13703

www.zwaenge.de

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