Nierenerkrankungen

1. Beschreibung des Krankheitsbildes

Nierenerkrankungen im Schulalter sind insbesondere häufige Harnweginfekte und Nierenentzündungen. Das Alltagsleben der Schüler ist dabei meist nur vorübergehend beeinträchtigt. Es besteht allerdings die Gefahr, dass die Erkrankungen in eine chronische Niereninsuffizienz übergehen.

Unter chronischer Niereninsuffizienz wird eine Schädigung des Nierengewebes mit der Folge einer dauerhaft auf 50 % oder weniger herabgesetzten Nierenfunktion verstanden. Als Symptome können u.a. Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Bluthochdruck, Komplikationen im Herz- und Kreislaufsystem, Störungen der Blutbildung und des Wachstums auftreten.

Oft wird eine beginnende Erkrankung lange nicht bemerkt. Liegt die Niereninsuffizienz noch bei ca. 10 % - 50 % , so versucht man zunächst konservativ, d.h. ohne Dialyse zu behandeln. Dialyse oder Transplantation müssen dann erfolgen, wenn die ausgefallenen Nierenfunktionen mit konservativen Mitteln nicht mehr therapiert werden können. Unter Dialyse versteht man die regelmäßige Reinigung des Körpers von überschüssigem Wasser, Salzen und Giftstoffen, entweder durch Hämodialyse („Blutwäsche“, ca. dreimal wöchentlich für bis zu fünf Stunden in Kinderdialysezentren) oder durch Peritonealdialyse (Bauchfelldialyse, zu Hause durchführbar)

2. Schulalltag und Empfehlungen für den Pädagogen

Schüler mit chronischer Niereninsuffizienz sind mit vielen Einschränkungen im Schulalltag und Alltagsleben konfrontiert. Die häufigen Termine in der Klinik bedingen häufige Fehlzeiten in der Schule, es fehlt Zeit für Hausaufgaben, Freunde und Freizeitaktivitäten. Die Schüler sind körperlich weniger belastbar und die Konzentrationsfähigkeit kann beeinträchtigt sein. Ist eine Dialyse (noch) nicht notwendig, sollen die Schüler in der Regel kontinuierlich, sehr viel trinken, um die Restfunktion der Nieren aufrecht zu erhalten. Dies macht erforderlich, dass die Schüler auch während des Unterrichts trinken, zur Toilette gehen und ihre Medikamente einnehmen können. Einnässen ist durch die eingeschränkte Fähigkeit, den Harn einzuhalten, möglich. Phosphat- oder kaliumreiche Lebensmittel (z.B. Schokolade, Bananen, Kartoffeln, Chips, Nüsse etc.) sollten vermieden werden. Während einer Dialysetherapie ist die Trinkmenge stark limitiert und liegt je nach Alter und Größe der Schüler bei ca. maximal einem Liter pro Tag, inklusive dem Wasseranteil in Lebensmitteln. Dies erfordert eine hohe Selbstdisziplin!

Gerade wegen der vielen Einschränkungen und großen körperlichen und psychischen Belastungen, die die Erkrankung mit sich bringt, ist die größtmögliche Integration in die Klasse für die Schüler von besonderer Bedeutung. Ein verständnisvoller Umgang mit den betroffenen Schülern, die Aufklärung der Mitschüler und eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern und gegebenenfalls anderen an der Therapie Beteiligten kann helfen, einer Sonderposition oder Außenseiterrolle vorzubeugen. Durch angemessene Sonderregelungen sollte versucht werden, die Belastungen, die durch Krankheit und Therapie entstehen, auszugleichen. Im Einzelfall muss entschieden werden, ob mit Hilfe von Nachteilsausgleich und Hausunterricht langfristig der leistungsmäßige Anschluss an die Klasse möglich ist oder eine Neuorientierung nötig wird.

3. Weitere Informationen

www.dialyse-online.de

www.nierengesellschaft.de

PDF_k  downloaden

Schulprogramm

Die SCHULE FÜR KRANKE betreut Schülerinnen und Schüler, „die ...
weiter lesen

Fortbildungsangebot - 2017

Beratung

Als überregionales Beratungs- und Förderzentrum ...
weiter lesen

Beratungsangebot zum Autismusspektrum ...

weiter lesen

P.U.L.S.

Schwer- oder langzeiterkrankte Kinder
und Jugendliche, die ...
weiter lesen

Schulflyer

Die Heinrich-Hoffmann-
Schule ist eine ...
weiter lesen